Geschmacksland

Grafik der Top 10 Kichererbsenproduzenten weltweit mit Indien, Australien und der Türkei an der Spitze.

Top 10 Kichererbsenproduzenten

Aktualisiert: Januar 2026 – Die Produktionsstatistiken basieren auf den neuesten verfügbaren Daten aus 2024.

Die Kichererbse (Cicer arietinum) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und ist heute ein zentrales Grundnahrungsmittel in vielen Regionen Asiens, Afrikas, des Nahen Ostens und zunehmend auch in westlichen Ländern. Sie ist reich an pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen und Mineralstoffen.

Ihr Anbau konzentriert sich vor allem auf Länder mit trockenen bis halbtrockenen Klimazonen, da Kichererbsen vergleichsweise wenig Wasser benötigen und gut an wechselhafte Niederschläge angepasst sind. Neben agronomischen Vorteilen tragen kulinarische Traditionen entscheidend dazu bei, warum der Kichererbsenanbau in bestimmten Ländern besonders stark ausgeprägt ist.

1. Indien

Produktionsmenge: 11.030 tausend Tonnen

Indien ist mit großem Abstand der weltweit führende Kichererbsenproduzent. Die wichtigsten Anbauregionen liegen in Madhya Pradesh, Maharashtra, Rajasthan und Uttar Pradesh, wo ein trockenes Winterklima ideale Bedingungen bietet.

Kichererbsen sind ein Grundpfeiler der indischen Küche. Sie werden als Chana Masala, Chole, Besan (Kichererbsenmehl für Pakoras, Laddus und Pfannkuchen) sowie als geröstete Snacks verwendet. Die enorme Inlandsnachfrage, verbunden mit einer stark vegetarisch geprägten Ernährung, ist der Hauptgrund für die außergewöhnlich hohe Produktion.

2. Australien

Produktionsmenge: 2.260 tausend Tonnen

Australien hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Kichererbsenexporteure entwickelt. Der Anbau konzentriert sich auf Queensland, New South Wales und Western Australia, wo großflächige, mechanisierte Landwirtschaft betrieben wird.

Im Gegensatz zu Indien spielt der heimische Konsum eine geringere Rolle – der Anbau ist stark exportorientiert, vor allem für Märkte in Südasien und dem Nahen Osten. Kichererbsen werden in Australien zunehmend auch für Hummus, Falafel und Kichererbsenpasta verarbeitet.

3. Türkei

Produktionsmenge: 570 tausend Tonnen

Die Türkei gehört zu den traditionellen Kichererbsenanbauländern. Hauptanbaugebiete sind Zentralanatolien, insbesondere die Provinzen Konya, Yozgat und Ankara.

Kichererbsen sind fest in der türkischen Esskultur verankert: Nohutlu Pilav, Kichererbseneintöpfe, geröstete Kichererbsen (Leblebi) und Hummus zählen zu den Klassikern. Der Anbau ist sowohl kulturell als auch klimatisch tief verwurzelt und wird überwiegend für den Inlandsmarkt betrieben.

4. Äthiopien

Produktionsmenge: 440 tausend Tonnen

In Äthiopien werden Kichererbsen vor allem im Hochland von Amhara und Oromia angebaut. Die Höhenlage sorgt für gemäßigte Temperaturen und fruchtbare Böden.

Kichererbsen sind zentral für traditionelle Gerichte wie Shiro (würzige Kichererbsenpaste) oder Kik Alicha. Neben der lokalen Ernährung gewinnen Exporte zunehmend an Bedeutung, da äthiopische Kichererbsen als qualitativ hochwertig gelten.

5. Myanmar

Produktionsmenge: 419 tausend Tonnen

Myanmar baut Kichererbsen hauptsächlich in den zentralen Trockenzonen, insbesondere in den Regionen Magway und Mandalay, an.

In der lokalen Küche werden Kichererbsen unter anderem für Tofu aus Kichererbsenmehl, Currys und herzhafte Snacks genutzt. Der Anbau ist für viele Kleinbauern wirtschaftlich attraktiv, da Kichererbsen gut in Fruchtfolgen passen und den Boden mit Stickstoff anreichern.

6. Russland

Produktionsmenge: 414 tausend Tonnen

Russland hat den Kichererbsenanbau vor allem in den südlichen Regionen wie der Wolga-Region und dem Nordkaukasus ausgeweitet. Das zunehmende Interesse an Hülsenfrüchten ist sowohl agrarpolitisch als auch ernährungsbedingt motiviert.

Kichererbsen finden Verwendung in Suppen, Salaten und orientalisch inspirierten Gerichten, die in Russland immer beliebter werden. Ein Teil der Produktion ist für den Export bestimmt.

7. Kanada

Produktionsmenge: 286 tausend Tonnen

Kanadas Kichererbsenanbau konzentriert sich auf die Prärieprovinzen Saskatchewan und Alberta. Das trockene Klima und moderne Anbaumethoden ermöglichen stabile Erträge.

Die Produktion ist stark exportorientiert. Gleichzeitig steigt der Inlandsverbrauch durch die wachsende Nachfrage nach Hummus, Falafel und pflanzlichen Proteinprodukten.

8. Mexiko

Produktionsmenge: 266 tausend Tonnen

In Mexiko liegen die wichtigsten Anbaugebiete in Sinaloa, Sonora und Baja California. Kichererbsen werden hier sowohl für den Export als auch für traditionelle Gerichte genutzt.

Beliebt sind Eintöpfe und Salate. Mexikanische Kichererbsen sind besonders auf dem nordamerikanischen Markt gefragt.

9. USA

Produktionsmenge: 255 tausend Tonnen

Die USA bauen Kichererbsen hauptsächlich im Nordwesten, insbesondere in Washington, Idaho und Montana, an.

Der Anbau wird durch die stark steigende Nachfrage nach Hummus, Snacks aus Kichererbsen und glutenfreien Produkten angetrieben. Die USA kombinieren moderne Landwirtschaft mit wachsendem Inlandsmarkt.

10. Pakistan

Produktionsmenge: 209 tausend Tonnen

Pakistan produziert Kichererbsen vor allem in Punjab und Khyber Pakhtunkhwa.

Kichererbsen sind fester Bestandteil der Küche, etwa in Chana Daal, Currys oder als geröstete Snacks. Der Anbau ist traditionell, arbeitsintensiv und dient überwiegend der Eigenversorgung.

Quelle: FAOSTAT, 2024

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