Top 10 Reisproduzenten weltweit
Aktualisiert: Januar 2026 – Produktionsstatistiken basieren auf den neuesten verfügbaren Daten aus 2024.
Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt und bildet für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung die tägliche Ernährungsbasis. Besonders in Asien, Afrika und Teilen Lateinamerikas ist Reis die zentrale Energiequelle im Alltag.
Auch im globalen Agrarhandel spielt Reis eine entscheidende Rolle: Obwohl nur ein vergleichsweise kleiner Teil der weltweiten Produktion exportiert wird, führen bereits geringe Ernteveränderungen in den wichtigsten Produzentenländern zu spürbaren Preisschwankungen auf dem Weltmarkt.
Der Reisanbau ist stark von natürlichen Bedingungen abhängig. Die Pflanze gedeiht besonders gut in wasserreichen Regionen wie Flussdeltas, Auenlandschaften und tropischen Ebenen. In bergigen Regionen entstehen zudem kunstvolle Reisterrassen, die Wasser gezielt speichern und verteilen. Diese enge Verbindung zwischen Klima, Wasser und Boden macht Reis zu einer der anpassungsfähigsten Kulturpflanzen der Welt.
1. Indien
Produktionsmenge: 217 Millionen Tonnen
Indien ist der größte Reisproduzent der Welt und spielt eine zentrale Rolle in der globalen Reisversorgung. Das Land profitiert von einer großen klimatischen Vielfalt, die vom feuchten Osten bis zu den intensiv bewässerten Ebenen im Norden reicht. Besonders wichtig ist die Monsunzeit, die den Großteil der Reisfelder mit natürlichem Wasser versorgt.
Wichtige Anbaugebiete:
Bengalen und Assam (wasserreiche Flusslandschaften)
Punjab und Haryana (moderne Bewässerungslandwirtschaft)
Andhra Pradesh und Tamil Nadu (mehrfache Ernten pro Jahr)
Indien verfügt über eine außergewöhnliche Vielfalt an Reissorten. Besonders bekannt ist der aromatische Basmati-Reis, der weltweit exportiert wird. Gleichzeitig dominieren hunderte regionale Sorten, die perfekt an lokale Böden und Klimabedingungen angepasst sind. Reis ist tief in der indischen Ernährung, Wirtschaft und Kultur verankert.
2. China
Produktionsmenge: 207 Millionen Tonnen
China gehört traditionell zu den wichtigsten Reisanbauländern der Welt und liegt bei der Produktion nahezu gleichauf mit Indien. Besonders der Süden und Südosten bieten ideale Bedingungen durch warmes Klima, hohe Niederschläge und fruchtbare Böden.
Zentrale Anbauregionen:
Jangtse-Delta
Sichuan-Becken
Guangdong und Guangxi
Hunan und Jiangxi
China produziert sowohl Japonica-Reis (kurz- und rundkörnig, vor allem im Norden) als auch Indica-Reis (Langkornreis) im Süden. Durch moderne Agrartechnologie, Hybridreissorten und effiziente Bewässerungssysteme erreicht China weltweit sehr hohe Erträge pro Hektar.
Reis ist nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern auch ein zentraler Bestandteil der chinesischen Esskultur.
3. Bangladesch
Produktionsmenge: 60 Millionen Tonnen
Bangladesch zählt zu den wichtigsten Reisnationen der Welt, da Reis dort das mit Abstand wichtigste Grundnahrungsmittel ist. Das Land liegt im riesigen Ganges-Brahmaputra-Delta, einem der fruchtbarsten und wasserreichsten Gebiete der Erde.
Wichtige Anbaugebiete:
Rajshahi und Rangpur
Khulna
Chittagong
Bangladesch produziert überwiegend Indica-Reis und nutzt das natürliche Überschwemmungsregime für mehrere Ernten pro Jahr. Aufgrund des Klimawandels setzt das Land zunehmend auf salzresistente Reissorten, um Ernteausfälle in küstennahen Regionen zu reduzieren. Staatliche Programme fördern zudem moderne Bewässerung und nachhaltige Landwirtschaft.
4. Indonesien
Produktionsmenge: 53 Millionen Tonnen
Indonesien ist ein tropischer Inselstaat mit idealen Bedingungen für den Reisanbau. Die Bevölkerung konsumiert täglich große Mengen, daher spielt die nationale Produktion eine zentrale wirtschaftliche Rolle.
Wichtige Anbauregionen:
Java (Hauptproduktionsgebiet mit sehr hohen Erträgen)
Sulawesi
Sumatra
Bali (bekannt für traditionelle Reisterrassen)
Indonesien produziert überwiegend Indica-Reis. Besonders bekannt sind die traditionellen Bewässerungssysteme, wie das balinesische Subak-System, das seit Jahrhunderten nachhaltig Wasser verteilt. Trotz hoher Produktion ist das Land zeitweise auf Reisimporte angewiesen, um den steigenden Bedarf zu decken.
5. Vietnam
Produktionsmenge: 43 Millionen Tonnen
Vietnam zählt zu den bedeutendsten Reisproduzenten und gleichzeitig zu den wichtigsten Exportländern weltweit. Besonders das Mekong-Delta im Süden bietet ideale Bedingungen für intensiven Reisanbau mit mehreren Ernten pro Jahr.
Weitere wichtige Regionen:
Rotes-Fluss-Delta im Norden
Zentrale Küstenregionen
Vietnam produziert überwiegend Indica-Reis, darunter auch aromatische Sorten, die stark im internationalen Handel nachgefragt sind. Das Land ist ein wichtiger Exporteur und beliefert vor allem Märkte in Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien.
6. Thailand
Produktionsmenge: 33 Millionen Tonnen
Thailand gehört zu den bekanntesten Reisexporteuren der Welt und ist besonders für seinen hochwertigen Jasminreis (Hom Mali) berühmt. Diese aromatische Reissorte zählt zu den gefragtesten Premiumprodukten im internationalen Handel.
Wichtige Anbauregionen:
Zentralthailand (Chao-Phraya-Flussebene)
Nordostthailand (Isan)
Nordthailand (teilweise Reisterrassen)
Das tropische Klima mit ausgeprägten Regenzeiten bietet ideale Bedingungen für den Reisanbau. Obwohl die Gesamtproduktion niedriger ist als in Ländern wie Indien oder Vietnam, spielt Thailand im globalen Reisexport eine zentrale Rolle. Der thailändische Jasminreis erzielt weltweit stabile Premiumpreise und ist ein wichtiger Bestandteil der Exportwirtschaft.
7. Myanmar
Produktionsmenge: 27 Millionen Tonnen
Myanmar ist eines der traditionellen Reisanbauländer Südostasiens und verfügt über große landwirtschaftliche Flächen mit hohem Potenzial. Besonders das Irrawaddy-Delta zählt zu den fruchtbarsten Regionen des Landes.
Zentrale Anbaugebiete:
Ayeyarwady-Region
Bago
Sagaing
Myanmar produziert überwiegend Indica-Reis und nutzt sowohl traditionelle als auch zunehmend moderne Anbaumethoden. Trotz guter natürlicher Voraussetzungen wird die Entwicklung der Reisproduktion durch politische Unsicherheiten und wirtschaftliche Herausforderungen gebremst. Diese Faktoren wirken sich auch auf den internationalen Handel aus.
8. Philippinen
Produktionsmenge: 19 Millionen Tonnen
Die Philippinen verfügen über vielfältige klimatische und geografische Bedingungen für den Reisanbau. Besonders bekannt sind die historischen Reisterrassen von Banaue auf der Insel Luzon, die zu den ältesten landwirtschaftlichen Systemen der Welt zählen.
Wichtige Produktionsregionen:
Zentral-Luzon (wichtigstes Anbaugebiet)
Cagayan Valley
Mindanao
Die Philippinen produzieren hauptsächlich Indica-Reis für den heimischen Verbrauch. Aufgrund des hohen Inlandskonsums reicht die eigene Produktion jedoch nicht aus. Das Land zählt daher regelmäßig zu den größten Reisimporteuren weltweit, was es zu einem wichtigen Akteur im globalen Reismarkt macht.
9. Pakistan
Produktionsmenge: 14,5 Millionen Tonnen
Pakistan ist international vor allem für seinen hochwertigen Basmati-Reis bekannt. Diese langkörnige, aromatische Reissorte wird überwiegend in der fruchtbaren Punjab-Region angebaut und zählt zu den wichtigsten Exportgütern des Landes.
Weitere Anbauregionen:
Sindh
Khyber Pakhtunkhwa
Das Land ist bekannt für hochwertigen Duftreis wie Phka Romduol, der mehrfach international ausgezeichnet wurde. Ein wachsender Anteil der Produktion wird exportiert, insbesondere nach Asien und Europa. Damit gewinnt Kambodscha zunehmend an Bedeutung im globalen Reishandel.
10. Kambodscha
Produktionsmenge: 14,2 Millionen Tonnen
Kambodscha hat seine Reisproduktion in den letzten Jahren deutlich gesteigert und sich als aufstrebender Exporteur etabliert. Besonders das Mekong-Becken bietet ideale Bedingungen für den Reisanbau mit fruchtbaren Böden und ausreichender Wasserversorgung.
Zentrale Anbauregionen:
Provinzen Battambang und Kampong Thom
Östliche Mekong-Regionen
Kambodscha ist für seinen duftenden Phka Romduol-Reis bekannt, der mehrfach internationale Auszeichnungen erhalten hat. Ein erheblicher Teil der Produktion wird exportiert, vor allem nach China und Europa.
Quelle: FAOSTAT, 2024