Entwicklung der weltweiten Kakaoproduktion (1992–2024)
Die weltweite Kakaoproduktion hat sich seit Anfang der 1990er-Jahre stark verändert und insgesamt deutlich ausgeweitet. Im Jahr 1992 lag die globale Produktion bei rund 2,7 Millionen Tonnen, während sie 2024 bei etwa 5,2 Millionen Tonnen liegt. Damit hat sich die produzierte Menge innerhalb von gut drei Jahrzehnten nahezu verdoppelt.
Besonders auffällig ist das starke Wachstum ab den frühen 2000er-Jahren, als Investitionen in den Kakaoanbau, steigende Nachfrage aus der Schokoladenindustrie sowie die Expansion in Westafrika zu einem deutlichen Produktionsschub führten. Gleichzeitig zeigen die Daten in den letzten Jahren wieder Rückgänge, die vor allem auf Klimaprobleme, Pflanzenkrankheiten und strukturelle Herausforderungen in den Hauptanbauländern zurückzuführen sind. Trotz dieser Schwankungen bleibt Kakao eine der wichtigsten tropischen Agrarrohstoffe weltweit.
Elfenbeinküste: Das Zentrum der globalen Kakaoproduktion
Die Elfenbeinküste ist seit Jahrzehnten der mit Abstand größte Kakaoproduzent der Welt. Bereits 1992 lag die Produktion bei rund 813.000 Tonnen. Bis 2022 stieg sie auf einen Höchstwert von über 2,3 Millionen Tonnen an. Damit entfällt regelmäßig über ein Drittel der weltweiten Gesamtproduktion auf dieses eine Land.
Der enorme Produktionsanstieg ist vor allem auf großflächige Plantagen, günstige klimatische Bedingungen und die starke Ausrichtung der Landwirtschaft auf Kakaoexporte zurückzuführen. In jüngster Zeit zeigt sich jedoch ein deutlicher Rückgang auf 1,89 Millionen Tonnen im Jahr 2024, was auf extreme Wetterereignisse, Bodendegradation und zunehmende Krankheiten wie die „Black Pod“-Fäule hinweist. Dennoch bleibt die Elfenbeinküste das unangefochtene Herzstück des globalen Kakaomarktes.
Indonesien: Wachstum mit langfristiger Stagnation
Indonesien entwickelte sich in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zu einem wichtigen Kakaoproduzenten. Die Produktion stieg von 207.000 Tonnen (1992) auf über 800.000 Tonnen im Jahr 2010. Seitdem ist jedoch ein allmählicher Rückgang zu beobachten. 2024 lag die Produktion bei 632.000 Tonnen.
Der Rückgang hängt unter anderem mit Ertragsproblemen, geringer Produktivität vieler Kleinbauern und der Umstellung auf andere lukrativere Kulturen zusammen. Dennoch bleibt Indonesien der größte Kakaoproduzent außerhalb Afrikas und ein wichtiger Faktor für die regionale Versorgung Asiens.
Ghana: Traditioneller Produzent mit schwankender Entwicklung
Ghana nimmt seit den 1990er-Jahren konstant einen Spitzenplatz unter den größten Kakaoproduzenten ein. Die Produktion stieg von 312.000 Tonnen im Jahr 1992 auf Spitzenwerte von rund 900.000 Tonnen in den Jahren 2018 und 2016. Ghana ist besonders für die hohe Qualität seiner Kakaobohnen bekannt, die auf dem Weltmarkt oft Preisaufschläge erzielen.
In den letzten Jahren ist jedoch ein deutlicher Rückgang zu beobachten: 2024 lag die Produktion nur noch bei 530.000 Tonnen. Ursachen sind unter anderem alternde Kakaobäume, Klimaschwankungen und wirtschaftliche Probleme im Agrarsektor. Trotz dieser Entwicklung bleibt Ghana ein zentraler Akteur mit großer historischer und wirtschaftlicher Bedeutung für den Kakaohandel.
Ecuador: Der dynamische Qualitätsproduzent
Ecuador zeigt die stabilste und langfristig positivste Entwicklung unter den betrachteten Ländern. Die Produktion stieg von nur 93.000 Tonnen im Jahr 1992 kontinuierlich auf über 400.000 Tonnen im Jahr 2024. Besonders bemerkenswert ist, dass Ecuador nicht nur mengenmäßig wächst, sondern sich auch als führender Produzent von hochwertigem Aromakakao etabliert hat.
Dank moderner Anbaumethoden, neuer Pflanzensorten und wachsender Nachfrage nach Premium-Schokolade gewinnt Ecuador zunehmend an Bedeutung – trotz vergleichsweise kleiner Anbauflächen im globalen Maßstab.
Quelle: FAOSTAT, 2024
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